(HO) Gottesdienst im Zeichen des Handwerks

„Gott schütze ein ehrbar Handwerk“ heißt es auf der Fahne der Kreishandwerkerschaft, an der sich die am Gottesdienst Beteiligten zu einem Erinnerungsfoto mit Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner (dritter von links) und Kreishandwerksmeister Christian Herpich (achter von links) aufstellten – unter ihnen Diakon Stefan Helm (zweiter von links), Dekan Günter Saalfrank und Pfarrerin Annette Jahnel.

Ein Zimmermann gab die Botschaft von Gottes Liebe weiter
Pressebericht von Diakon Stefan Helm

Hof. Das größte evangelische Gotteshaus in Oberfranken, die Hofer St.Michaelis-Kirche, wird seit letztem Jahr außen und im Dachgebälk saniert. Bei einem Handwerkergottesdienst in dem Sakralbau berichteten nun Vertreter von Firmen, die an der Instandsetzung beteiligt sind, von den anfallenden Arbeiten. Handwerkskunst ist gefragt – so der Tenor von Zimmerermeister Lukas Neidhardt (Jößnitz), Dachdeckermeister Dieter Opel (Lamitz) und Malermeister Michael Vogel (Feilitzsch). Architekt Günter Hornfeck unterstrich, dass mit dem Bau und Unterhalt eines Gotteshauses viele handwerkliche Berufe zu tun haben. Darunter auch ausgefallene wie Gürtler, die spezielle Lampen für sakrale Räume anfertigten.

Nach 2008 und 2011 stand zum dritten Mal ein Gottesdienst in der Hofer St.Michaelis-Kirche im Zeichen des Handwerks. Zwischen Kirche und Handwerk gibt es nach den Worten von Dekan Günter Saalfrank einen besonderen Bezug: „Der Zimmermann Jesus ist die entscheidende Person im christlichen Glauben.“  Ein Handwerker habe also die Botschaft von Gottes Liebe weiter gegeben und nach ihm wurde eine Welt umspannende Glaubensbewegung genannt: die Kirche Jesu Christi. Die Verbindung von Kirche und Handwerk zeigt sich Saalfrank zufolge auch in der Fahne der Kreishandwerkerschaft Hof, in der es heißt: „Gott schütze ein ehrbar Handwerk.“

In seiner Predigt hob Diakon Stefan Helm (München), der Beauftragte der evangelischen Landeskirche in Bayern für das Handwerk, dessen Bedeutung für die Gesellschaft hervor: „Das Handwerk mit seinen Mitarbeitenden schafft verlässliche Perspektiven zum Leben und Arbeiten.“  So würden Unternehmerfamilien auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu ihren Beschäftigten stehen. Zudem seien die Perspektiven für junge Flüchtlinge, die sich durch einen Ausbildungsplatz auftun, nicht mit Geld aufzuwiegen.

Unter dem Motto „Handwerk: Gott sei Dank!“ wirkten beim Gottesdienst neben Pfarrerin Annette Jahnel und Dekan Günter Saalfrank unter anderem die Auszubildenden Marcel Biller (Rehau) sowie Stephan Kitschke (Hof), der langjährige Ausbilder Ulrich Frank (Hof) sowie die Direktorin der Berufsschule Hof, Edith Franz, mit. Stadt- und Dekanatskantor Georg Stanek nahm das Thema des Gottesdienstes auf musikalische Weise auf. Er spielte auf der Orgel ein Potpourri zu Handwerker-Liedern. Unter anderem improvisierte er auf der Heidenreich-Orgel über den Choral „Wer will fleißige Handwerker sehen“. Übrigens: Das von den Gebrüdern  Heidenreich aus Hof 1828 bis 1834 gebaute Instrument  ist mit seinen 4.000 Pfeifen ein klingender Beweis oberfränkischer Handwerkskunst.

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