(HO) Spektakuläres Jugendprojekt steht in Hof vor dem Start

„Alte Filzfabrik“ soll günstige Bandräume und einen Treffpunkt bieten

Hof, 15.10.2014 – Immer wieder wurde in der Vergangenheit die Stadt Hof von jungen Bands gefragt, ob im Stadtgebiet nicht günstige Räume zur Verfügung stünden, die gegen kleines Geld zum Musikmachen genutzt werden könnten. Die Kommune konnte dabei nur sehr selten etwas vermitteln. Insbesondere der Lärmschutz war meist ein begrenzender Faktor, wenn es darum ging neue Bandräume zu erschließen. Oft endete die Anfrage deshalb in einer Enttäuschung der Jugendlichen. Schnell war bei Medienstelle, Wirtschaftsförderung und Kulturamt der Stadt Hof deshalb die Idee eines jungen Musikzentrums geboren und die könnte nun bald Realität werden. Denn bei jungen Hofern, die fest in der heimischen Musikszene verwurzelt sind, rannten die Stadtvertreter offene Türen ein. Am 18. November 2014 wird sich daher um 18 Uhr im Rathaus der „Kulturverein Alte Filzfabrik“ gründen. Der Trägerverein soll eben jenes anbieten, was so lange Mangelware war: Proberäume für junge Bands in geeigneter Lage – und für kleines Geld! Für die notwendigen Umbauten in einer alten Industriebrache werden nun noch Sponsoren gesucht.

„Mit dem „Kulturverein Alte Filzfabrik, der alten Bayerischen Wollfilzfabrik an der Filzfabrik 90 in Hof, soll nun in Zusammenarbeit zwischen Jugendlichen und Stadt ein Treffpunkt für die jüngere Generation geschaffen werden“, so Hofs Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner. Auch der Rathauschef unterstützt das Projekt. „Dabei geht es überhaupt nicht um eine Ausweitung der Kommunalen Jugendarbeit, sondern um eine von einem Trägerverein verwaltete Einrichtung, in der die jungen Leute selbst das Sagen haben und dabei lediglich von der Stadt Hof beraten werden“, erklärt Hofs Pressesprecher Rainer Krauß.

Die jungen Leute, das sind zunächst Alexander Röhlig, Patrick Leitl und Manuel Hoffmann. Während man Röhlig und Leitl in der Region in erster Linie als Veranstalter des „IN.DIE-Musik“-Festivals in Hof kennt, hat sich Hoffmann, der im evangelischen Jugendprojekt „Das Loch“ aktiv ist, vor allem durch die Mitorganisation des Großevent HOFTEX Graffiti einen Namen gemacht. Alle drei sind sie fest in der Jungendkulturszene Hochfrankens verhaftet. An sie wandte sich Pressesprecher Rainer Krauß zuerst mit der Idee. „Als die Anfrage der Stadt kam, ob wir nicht gemeinsam etwas für Jugendliche und Nachwuchsmusiker auf die Beine stellen könnten, waren wir sofort begeistert – schließlich gibt es in der ganzen Region bei diesen Angeboten für junge Menschen Nachholbedarf“, so Patrick Leitl.

Großes Interesse an Räumen

Dass es die Nachfrage nach günstigen Bandräumen in der Region gibt, das war schnell klar. „Wir haben uns bei vielen einheimischen Bands umgehört und sind auf ein großes Interesse gestoßen. Für Jugendliche, die noch nicht viel Geld ausgeben können, könnte das Projekt sogar erst der Anlass sein überhaupt eine Band zu gründen und aktiv Musik zu machen. Schließlich ist nicht jede Musik für den eigenen Keller oder das Mehrfamilienhaus mit direkten Nachbarn geeignet. Die eigenen Wohnverhältnisse halten viele ab“, weiß Alexander Röhlig.

Ungestörtes Proben möglich

Möglich wird das Projekt, da vom Eigentümer der ehemaligen Bayerischen Wollfilzfabrik in Hof-Moschendorf 400 qm angemietet werden können, die mit der Hilfe von Sponsoren in einzelne Parzellen und damit in Proberäume aufgeteilt werden sollen. Die leerstehende Fabrik scheint für das Projekt bestens geeignet: Auf Stadtgebiet gelegen verläuft neben ihr ein hoher Bahndamm, der neben vorhandenen Dämmungen als natürlicher Schallschutz zur Stadt fungiert, direkte Anwohner gibt es gar nicht. Im Winter wird das Gebäude durch ein neues Blockheizkraftwerk beheizt, so dass Musiker und Instrumente nicht leiden. Und auch die notwendigen sanitären Anlagen sind bereits im Haus vorhanden. Der Standort war auch die entscheidende Frage bei der Suche nach einem geeigneten Objekt. Und nicht zuletzt traf man mit Herrn Ulrich Fleischmann auf einen Eigentümer der das Projekt stark unterstützt.

Beratung durch die Stadt

Wie die städtische Beratung bei dem Projekt aussehen kann, erklärt Walter Friedl von der Hofer Wirtschaftsförderung: „Wir haben für den neuen Verein Kontakte vermittelt, gemeinsam ein Gebäude gefunden, Entwürfe für die Vereinssatzung entwickelt und nun eine Rentabilitätsrechnung erstellt, der aufzeigt, unter welchen Voraussetzungen das Projekt funktionieren wird.“ Was nun noch fehlt ist der zügige Umbau in abschließbare Proberäume.

Sponsoren für Umbau gesucht

Um diesen zu ermöglichen suchen die Organisatoren nun Unterstützer. Rainer Krauß: „Wir hoffen sehr darauf, dass Unternehmen, Privatleute und möglicherweise Vereine den Mut haben aus Überzeugung auch in die junge und nicht institutionalisierte Kultur und damit in unsere Jugend in der Region zu investieren. Wir wollen einen ungezwungenen Anlaufpunkt bieten und gleichzeitig ein kreatives Zentrum schaffen, das bei Erfolg auch noch in vielerlei Hinsicht wachsen kann.“ Dem schließen sich auch Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner und Kulturamtsleiter Peter Nürmberger an, die das Projekt ebenfalls unterstützen: „Wir haben hier etwas Neues, Spannendes und hoffen sehr, dass es realisiert werden kann und dann unterstützt und angenommen wird“.

Wie groß das Interesse am Projekt unter jungen Menschen ist, zeigt eine Zahl: In nur 36 Stunden haben sich 700 Personen auf der neu eingerichteten Facebookseite des Projektes registriert.

Wer das Projekt „Alte Filzfabrik“ unterstützen möchte, wendet sich am besten an Alexander Röhlig unter der Telefonnummer 015234121627 oder per Email an info@kultur-filz.de. Alle Spender sind zur Vereinsgründung am 18. November 2014 um 18 Uhr ins Rathaus der Stadt Hof eingeladen.

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